NeuRAGSuite Engine: die Wissens-Engine für Ihre Daten, betrieben in Deutschland.Mehr zur RAGSuite Engine

ProduktRAG EnginePlattform-ÜberblickKI-GovernanceKI-ChatbotKI-Assistenten erstellenKI-SucheKI-WissensdatenbankKonnektoren & IntegrationenMCP-ServerProdukttour ansehen →
Engine & Self-hostedRAGSuite EngineSelf-hosted / On-PremiseOpen Source (Community)RAGSuite Engine oder Self-hosted? →
LösungenMittelstandGesundheitswesenÖffentliche VerwaltungBanken & VersicherungenAlternative zu ChatGPTAgenturen & PartnerAlle Lösungen →
Fallstudien
Preise
RessourcenRatgeberBlogKostenlose ToolsKI-DatenschutzEU AI ActTrust Center
Open Source auf GitHub
Kostenlos testenDemo buchen
Ratgeber · KI-Governance

ISO 42001 einfach erklärt: das KI-Managementsystem für Unternehmen.

ISO/IEC 42001 ist die erste internationale Norm für ein KI-Managementsystem. Sie legt fest, wie Sie Regeln, Rollen, Risiken und Kontrollen für KI so organisieren, dass ein Auditor sie prüfen kann. Dieser Ratgeber erklärt den Aufbau, die 38 Maßnahmen aus Anhang A, den Weg zum Zertifikat und was die Norm mit dem EU AI Act zu tun hat.

ISO/IEC 42001 auf einen Blick
ErschienenDezember 2023
ArtManagementsystem-Norm (AIMS)
AufbauKapitel 4 bis 10 + Anhang A
Maßnahmen38 in 9 Bereichen
Zertifikat3 Jahre, jährliche Audits
Pflicht?nein, freiwillig
Organisation wird zertifiziert, nicht SoftwareStand 30.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • ISO/IEC 42001 beschreibt ein KI-Managementsystem (AIMS): Richtlinien, Verantwortliche, Risikobewertung, Folgenabschätzung, Kontrollen und laufende Verbesserung für alle KI, die Sie entwickeln, anbieten oder nutzen.
  • Die Norm ist freiwillig und für Organisationen jeder Größe gedacht. Zertifiziert wird die Organisation, nicht ein Produkt.
  • Anhang A enthält 38 Maßnahmen in neun Bereichen. Welche gelten, begründen Sie in der Erklärung zur Anwendbarkeit.
  • ISO 42001 ist keine harmonisierte Norm der KI-Verordnung. Ein Zertifikat ersetzt die gesetzlichen Pflichten nicht, hilft aber, sie geordnet umzusetzen.
Grundlagen

Was ist ISO 42001?

ISO/IEC 42001:2023 ist eine Norm von ISO und IEC für ein KI-Managementsystem, englisch Artificial Intelligence Management System (AIMS). Ein Managementsystem ist kein Werkzeug, sondern ein geordnetes Set aus Regeln, Verantwortlichen und Abläufen, das regelmäßig geprüft und verbessert wird.

Die Norm gilt für Organisationen, die KI entwickeln, anbieten oder nutzen, unabhängig von Größe und Branche. Wer heute einen KI-Chatbot im Kundenservice einsetzt oder intern mit einer KI-Suche arbeitet, gehört also schon zur Zielgruppe.

Aufgebaut ist sie wie ISO 27001 oder ISO 9001: Die Kapitel 4 bis 10 enthalten die Anforderungen, die ein Auditor prüft. Dazu kommen vier Anhänge: Anhang A mit den Maßnahmen, Anhang B mit Umsetzungshinweisen, Anhang C mit möglichen Zielen und Risikoquellen und Anhang D zur Anwendung in verschiedenen Branchen.

KI-Governance →

KI-Managementsystem · AufbauISO/IEC 42001
Kapitel (Pflicht für die Zertifizierung)
4 KontextRolle, Umfang, Interessengruppen
5 FührungKI-Richtlinie, Verantwortung
6 PlanungRisiken, Folgenabschätzung, Ziele
7 UnterstützungRessourcen, Kompetenz, Dokumente
8 BetriebMaßnahmen umsetzen und steuern
9 BewertungÜberwachung, internes Audit, Review
10 VerbesserungAbweichungen beheben
Anhänge
Anhang A38 Maßnahmen, normativ
Anhang A

Die 38 Maßnahmen aus Anhang A in neun Bereichen.

Anhang A ist das Herzstück für die Praxis. Die Maßnahmen sind nach Zielen gruppiert. Die Spalte rechts zeigt, welche Nachweise ein Auditor typischerweise sehen will.

BereichWorum es gehtTypischer Nachweis
A.2 KI-RichtlinienEine KI-Richtlinie, abgestimmt mit anderen Richtlinien, regelmäßig überprüftFreigegebene KI-Richtlinie mit Datum
A.3 Interne OrganisationRollen, Verantwortung, Meldewege für BedenkenRollenmatrix, Meldeprozess
A.4 RessourcenDaten, Werkzeuge, Rechenleistung und Personal dokumentierenInventar der KI-Systeme und Komponenten
A.5 FolgenabschätzungAuswirkungen auf Menschen und Gesellschaft bewertenFolgenabschätzung pro KI-System
A.6 LebenszyklusZiele, Entwicklung, Test, Freigabe, Betrieb, ÜberwachungFreigabeprotokolle, Testergebnisse, Betriebslogs
A.7 DatenHerkunft, Qualität und Aufbereitung der DatenDatenquellen mit Verantwortlichen
A.8 InformationNutzer und Betroffene verständlich informierenKI-Hinweise, Nutzerdokumentation
A.9 NutzungVerantwortungsvoller, bestimmungsgemäßer EinsatzNutzungsregeln, Schulungen
A.10 DritteLieferanten, Kunden und geteilte VerantwortungVerträge, Lieferantenbewertung

Zusammenfassung nach ISO/IEC 42001:2023, Anhang A. Die Bereiche beginnen bei A.2. Den Normtext erhalten Sie bei ISO oder in Deutschland über DIN Media.

EU AI Act

ISO 42001 und der EU AI Act: was zusammenpasst und was nicht.

Die KI-Verordnung ist Gesetz, ISO 42001 ist eine freiwillige Norm. Die Norm begründet keine Vermutung der Konformität mit der KI-Verordnung. Für die Pflichten der Verordnung gibt es eigene europäische harmonisierte Normen: Als erste ist im Oktober 2026 EN 18286 zum Qualitätsmanagement von Anbietern hochriskanter KI (Art. 17) im Amtsblatt der EU erschienen, weitere folgen.

Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Überschneidungen: Wer ein KI-Managementsystem aufbaut, hat ein Inventar, klare Rollen, Risikobewertung und Dokumentation. Genau das brauchen Sie auch, um die Pflichten der Verordnung nachzuweisen.

ThemaISO/IEC 42001KI-Verordnung (EU AI Act)
RechtsnaturFreiwillige NormEU-Verordnung, unmittelbar geltendes Recht
Gilt fürJede Organisation, die sich dafür entscheidetAnbieter, Betreiber und weitere Akteure nach Rolle und Risiko
NachweisZertifikat einer akkreditierten StelleJe nach Pflicht: Dokumentation, Konformitätsbewertung, Registrierung
KI-KompetenzKompetenz und Bewusstsein (Kapitel 7)Art. 4: Maßnahmen zur KI-Kompetenz
TransparenzInformation für Interessengruppen (A.8)Art. 50: Hinweise bei Chatbots und KI-Inhalten
Folgen bei VerstößenAbweichung im Audit, im Extremfall Entzug des ZertifikatsBußgelder nach Art. 99

EU AI Act (deutsch) →KI-Verordnung: aktueller Stand →EU AI Act Risikoklassen →

Zertifizierung

In fünf Schritten zur ISO-42001-Zertifizierung.

Der Weg ähnelt anderen ISO-Zertifizierungen. Wer bereits ISO 27001 hat, kann Richtlinien, Dokumentenlenkung, internes Audit und Managementbewertung weiterverwenden.

01

Umfang festlegen

Welche KI-Systeme, Standorte und Rollen gehören dazu? Sind Sie Entwickler, Anbieter oder Nutzer?

02

Inventar und Risiken

Alle KI-Systeme erfassen, Risiken bewerten und eine Folgenabschätzung je System machen.

03

Maßnahmen umsetzen

Anhang A durchgehen, die Erklärung zur Anwendbarkeit schreiben, Lücken schließen.

04

Intern prüfen

Internes Audit und Managementbewertung durchführen, Abweichungen beheben.

05

Zertifizieren lassen

Audit Stufe 1 und 2 durch eine akkreditierte Stelle. Danach jährliche Überwachungsaudits.

Achten Sie auf eine akkreditierte Zertifizierungsstelle, in Deutschland etwa durch die DAkkS. Die Anforderungen an Stellen, die KI-Managementsysteme auditieren, regelt ISO/IEC 42006. Für die Folgenabschätzung gibt ISO/IEC 42005 Hinweise, für das Risikomanagement ISO/IEC 23894.

Werkzeuge

Was eine KI-Plattform zum Managementsystem beitragen kann.

Ein Managementsystem lebt von Nachweisen. Viele davon entstehen dort, wo die KI läuft: Wer hat ein Modell geändert, welche Quellen sind angebunden, wann wurden Daten gelöscht, worauf stützt sich eine Antwort?

RAGSuite liefert solche Nachweise. Die Plattform ist nicht zertifiziert und ersetzt kein Managementsystem; sie macht es aber leichter, Anhang A belegbar umzusetzen.

Audit-LogEnterprise
Letzte Ereignisse
Modell geändert · Projekt HRAdmin · 29.10. 14:02
Quelle hinzugefügt · SharePointAdmin · 29.10. 11:40
Löschfrist geändert · 90 TageOwner · 28.10. 09:15
Rolle vergeben · PrüferOwner · 27.10. 16:31
Nachweise
Löschlauf 30.10. · 03:00Nachweis
Export für AuditCSV

Quelle bei jeder Antwort

Antworten verweisen auf die Textstelle. Das stützt Transparenz (A.8) und die Überwachung im Betrieb (A.6). In allen Editionen.

Löschung mit Nachweis

Automatische Löschung mit Nachweis und ein Schalter, der die Speicherung abstellt. In der Community Edition enthalten.

Rollen und Audit-Log

Organisationen, Teams, Rollen und das vollständige Audit-Log mit Export gehören zu Enterprise. Die Community Edition zeigt die letzten 15 Tage.

Betrieb unter Ihrer Kontrolle

Selbst gehostet auf Ihren Servern oder in der RAGSuite Engine mit Rechenzentrum in Deutschland. Das vereinfacht die Lieferantenbewertung (A.10).

KI-Governance →Administration und Sicherheit →Trust Center →

Checkliste

Sind Sie bereit für ISO 42001?

Haken Sie ab, was erledigt ist. Nichts wird gespeichert.

Stefan Reinhardt
Sie bauen ein KI-Managementsystem auf?Stefan Reinhardt · Public Sector & Compliance
FAQ

Fragen zu ISO 42001.

Was ist ISO 42001?

ISO/IEC 42001 ist die internationale Norm für ein KI-Managementsystem, kurz AIMS. Sie beschreibt, wie eine Organisation Regeln, Rollen, Risiken und Kontrollen für den Einsatz und die Entwicklung von KI festlegt, umsetzt und laufend verbessert. Sie erschien im Dezember 2023.

Ist ISO 42001 Pflicht?

Nein. ISO 42001 ist eine freiwillige Norm. Pflicht sind gesetzliche Vorgaben wie die KI-Verordnung (EU AI Act) und die DSGVO. Kunden oder Ausschreibungen können ein Zertifikat aber verlangen.

Erfüllt ein ISO-42001-Zertifikat den EU AI Act?

Nein, nicht automatisch. ISO 42001 ist keine harmonisierte Norm der KI-Verordnung und begründet keine Vermutung der Konformität. Ein KI-Managementsystem hilft aber, viele Pflichten geordnet umzusetzen: Inventar, Rollen, Risikobewertung, Dokumentation und KI-Kompetenz.

Wie viele Maßnahmen hat Anhang A?

Anhang A enthält 38 Maßnahmen (Controls) in neun Bereichen, von KI-Richtlinien über Daten und Lebenszyklus bis zu Lieferanten. Welche Sie anwenden, begründen Sie in der Erklärung zur Anwendbarkeit.

Wie läuft die Zertifizierung ab?

Eine Zertifizierungsstelle, idealerweise akkreditiert, prüft in zwei Stufen: Stufe 1 prüft Dokumentation und Bereitschaft, Stufe 2 die gelebte Umsetzung. Das Zertifikat gilt drei Jahre, mit jährlichen Überwachungsaudits. Die Anforderungen an die Zertifizierungsstellen regelt ISO/IEC 42006.

Was ist der Unterschied zu ISO 27001?

ISO 27001 regelt Informationssicherheit, ISO 42001 den verantwortungsvollen Umgang mit KI, etwa Folgenabschätzung, Datenqualität und Transparenz. Beide nutzen dieselbe Grundstruktur, deshalb lassen sie sich gut in einem integrierten Managementsystem verbinden.

Ist RAGSuite nach ISO 42001 zertifiziert?

Nein. Zertifiziert wird immer eine Organisation mit ihrem Managementsystem, kein Softwareprodukt allein. RAGSuite kann Nachweise liefern, die in Ihr KI-Managementsystem einfließen, etwa Audit-Log, Löschfristen und Quellen zu jeder Antwort.

Stefan Reinhardt
Stefan Reinhardt
Public Sector & Compliance

Nachweise für Ihr KI-Managementsystem, direkt aus der Plattform.

Stefan zeigt Ihnen, welche Nachweise RAGSuite liefert und wo Ihr Managementsystem selbst ansetzen muss.